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Kunst  Literatur  Philosophie

Was mich antreibt

Kunst ist Arbeit am Deutungszusammenhang der Welt. Die gewohnte Perspektive verschiebt sich und eröffnet eine neue Sicht auf die Dinge. Kunst verknüpft das Treibgut, das, was wir vorfinden, in unerwarteter Weise. sie legt es uns in seiner deutungslosen Absurdität als bloß Vorhandenes vor die staunenden Augen. Zeit, Raum, Logik demaskieren sich als Konstruktionen. In der Kunst spielen wir mit den Weltschöpfungselementen, den Grundfesten unserer Wirklichkeit. Nirgends sonst ist dem Menschen so ernst mit dem Unernst des Spiels.

Als Treibgutsammlerin am Saum der Realität, lese ich auf, was aus dem Diskontiuum des Seins an die Ufer unserer Wirklichkeit gespült wird und setze es zu Sinnganzen zusammen. Aber was bleibt von unseren Konstruktionen? Verschwindet nach unserem Raubzug auf diesem Planeten und unserem ethischen Versagen mit dem Anthropozän jede Erinnerung? Bleibt allein die grandiose, proteushafte Natur als der Abgrund des Auf- und Untergangs des Seins und des Werdens? 


 


Stele der zerstörten Kulturdenkmäler, 2017.